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Ansteckende Lebensfreude

Ein Abonnement auf anste-ckende Lebensfreude scheint die amerikanisch- französische Formation „Tildon Krautz" zu haben. Am Donnerstag sorgte die Band in der Dillenburger „Erbse" für frühlings frische Unterhaltung.


Wer nach der Antithese zum stromlinienförmigen Pop sucht, kann auch in Dillenburg fündig werden. Die seit Jahren von dem Steinbacher Hennig Franz veranstaltete Konzertreihe in der „Erbse" fängt da an, wo der Mainstream nur noch als kosmisches Hintergrundrauschen wahrgenommen wird. Mit "Tildon Krautz" trat diesmal ein Trio an, dass eingefahrene Hörgewohnheiten nicht auf den Kopf stellte, sie aber mit Witz und Pfiff neu sortierte.

Allgemeine Gesellschaftskritik oder gar die Welt neu ordnen zu wollen, hatten das New Yorker Paar Gabi Swiatkowska (Kontrabass, Gesang) und Gregg Weiss (Gesang, Gitarre, Fiddle, Banjo) sowie der Franzose Marco Hartz (Mandoline, Fiddle, Gesang) nicht in ihrem Programm. Ansonsten ließ man in Sachen lustvoller Verzweiflung, häuslicher Verstrickungen und Liebesdramen nichts anbrennen. Aufbereitet mit Melodien, die sich mit punkiger Wucht, trolligen Hillbilly- und Bluegrass-Rhythmen und einem ganz und gar unmelancholischen Blues-Feeling in die Herzen der Zuhörer bohrten, empfahlen sie sich für weitere Auftritte in der Region.
Kurz und keck waren die Ansagen, die selbst einem Insbesondere der nasale Gesang von Gabi Swiatkowska gab den durchweg beschwingten Songs eine unverwechselbare Note. Die über zweistündigen Mischung aus Eigenkompositionen, Traditionals und kuriosem Liedgut aus der Americana-Schatzliste, gehörte mit zum Besten, was man in dieser Konzertreihe bislang zu hören bekam.